Die Menge macht das Gift – der unterschätzte Fliegenpilz
Mit Dr. Katja Schaaf, Dipl.-Psych. Verena Wendt und Gästen: Gunther & Melanie Stange
Die Menge macht das Gift
In dieser faszinierenden Podcast-Folge von Thinking Into Health gehen wir gemeinsam mit unseren Gästen Gunther und Melanie Stange einem Thema auf den Grund, das viele Menschen gleichzeitig fasziniert und verunsichert: dem Fliegenpilz. Wir sprechen über Bewusstsein, Heilung, altes Wissen – und darüber, warum dieser sagenumwobene Pilz viel mehr ist als das, was man ihm jahrzehntelang nachgesagt hat.
Nach den letzten Folgen über Basenbaden und Traumleben geht es diesmal um das, was all diese Themen verbindet: die Fähigkeit, Körper, Geist und Seele wieder in Einklang zu bringen – und das auf ganz neue, vielleicht auch ungewohnte Weise.
Altes Wissen, neu entdeckt
Gunther erzählt, wie er und Melanie auf ihrer Reise zu mehr Bewusstsein und Gesundheit zum Thema Pilze gekommen sind. Was einst als gefährlich galt, entpuppt sich zunehmend als Werkzeug zur inneren Heilung und Entwicklung. Inspiration dafür waren Dokumentationen wie „Fantastic Fungi“ und „Verändere dein Bewusstsein“, die eindrucksvoll zeigen, welches Potenzial Pilze in der Medizin und Psychotherapie haben – wenn sie richtig verstanden und respektvoll eingesetzt werden.
„Die Menge macht das Gift“ – das gilt auch hier. Denn richtig dosiert, können Pilze Türen zu Ebenen des Bewusstseins öffnen, die sonst verschlossen bleiben. Falsch eingesetzt, können sie überfordern. Der Schlüssel liegt in der Intention, im Wissen und in der Begleitung.
Vom Tabu zur Heilpflanze
Viele wissen nicht, dass Psilocybin – der Wirkstoff bestimmter Pilze – in den 1960er-Jahren als therapeutisches Wundermittel galt. Depressionen, Traumata, Ängste – all das konnte oft in nur wenigen Sitzungen transformiert werden. Doch als diese Substanzen Menschen dazu brachten, das System zu hinterfragen, wurden sie verboten. Forschung wurde gestoppt, Wissen verdrängt.
Heute, Jahrzehnte später, erlebt die Wissenschaft ein Revival. Länder wie England, Australien oder die Schweiz erlauben wieder klinische Studien mit Psilocybin – und die Ergebnisse sind vielversprechend: Menschen erfahren tiefe Heilung, indem sie verdrängte Gefühle verarbeiten und Zugang zu ihrem inneren Wissen finden.
Wie Mikrodosierung funktioniert
In der Folge erklärt Gunther den Unterschied zwischen Mikrodosing und High-Dosing. Während hohe Dosen tiefe emotionale Prozesse auslösen, wirkt das Mikrodosing subtiler: Es bringt Balance ins Nervensystem, fördert Kreativität und emotionale Stabilität.
Katja beschreibt den Effekt aus medizinischer Sicht: Diese kleinen Mengen heben die Barriere zwischen rationalem Denken und Intuition auf – der „kritische Faktor“ zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein löst sich. Der Mensch bekommt wieder Zugang zu dem, was tief in ihm steckt.
Verena ergänzt: „Das ist ähnlich wie in der Psychotherapie – wenn du den inneren Widerstand auflöst, kann Heilung beginnen.“
Therapeutische Wirkung – wenn Unterdrücktes heilen darf
Was passiert in einer höheren Dosis? Gunther erklärt es mit einem anschaulichen Bild: Unser Geist ist wie ein Computer mit unzähligen offenen Programmen – alte Erlebnisse, ungelöste Emotionen, verdrängte Erinnerungen. Unter Einfluss von Psilocybin oder Amanita muscaria werden diese „Dateien“ geöffnet, betrachtet und verarbeitet.
Verena sieht darin Parallelen zur Konfrontationstherapie: „Wenn verdrängte Emotionen hochkommen, kann das zunächst anstrengend sein, aber genau das bringt Heilung. Der Körper kann endlich loslassen.“ Katja ergänzt: „Als Ärztin fasziniert mich die Effizienz. Was Patienten oft über Jahre in Therapie erarbeiten, kann hier in wenigen Sitzungen bewusst werden – wenn es richtig begleitet wird.“
Der Fliegenpilz – Symbol, Werkzeug und Lehrer
Der Fliegenpilz, Amanita muscaria, ist wohl der bekannteste Pilz der Welt – und einer der am meisten missverstandenen. Für viele ist er ein Symbol für Gefahr, für andere ein Glücksbringer. Tatsächlich steckt dahinter uraltes Heilwissen. Gunther erklärt das Drei-Körper-Modell: Wir bestehen aus Physischem-, Emotionalem- und Mentalem-Körper – und darüber steht die Seele. Der Fliegenpilz hilft, diese Ebenen wieder zu verbinden, indem er die laute innere Stimme – die Angst, die Zweifel, die Selbstkritik – leiser werden lässt.
„Amanita gibt der Seele mehr Raum“, sagt Gunther. Viele berichten, dass sie durch Microdosing mehr im Einklang mit sich sind, weniger Angst verspüren und sich wieder trauen, Neues zu erleben. Katja bringt es auf den Punkt: „Vielleicht ist das der Grund, warum man ihn Glückspilz nennt – weil er Menschen zurück in ihre Mitte bringt.“
Neuroplastizität & Selbstveränderung
Verena zieht eine spannende Verbindung zur modernen Psychologie: Pilze fördern die Neuroplastizität – also die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu bilden. Das ist die Grundlage dafür, alte Denkmuster zu lösen und neue zu etablieren. „Das ist genau das, was wir in der Therapie erreichen wollen – nur beschleunigt“, sagt sie.
Auch Meditation, wie sie Katja und Verena regelmäßig lehren, hat ähnliche Effekte: Sie kann die gleichen Botenstoffe im Gehirn aktivieren, die sonst nur durch bestimmte Pilze ausgeschüttet werden. Heilung hat viele Wege – ob durch Atem, Bewusstsein oder Natur. Wichtig ist die Absicht dahinter.
Verantwortung & Bewusstsein
Katja und Verena betonen immer wieder: Es geht hier nicht um Drogenkonsum, sondern um Bewusstseinsarbeit. Jeder Mensch trägt Verantwortung für sich. Gunther sagt es deutlich: „Du bist die Magic – nicht der Pilz.“ Amanita ist ein Werkzeug, kein Wundermittel. Nur wer bereit ist, hinzuschauen, kann wirklich etwas verändern.
Verena ergänzt: „Es ist kein Quick-Fix. Aber es kann ein kraftvoller Beschleuniger sein – wenn du wirklich bereit bist.“ Katja ruft Ärztinnen und Therapeuten dazu auf, offener zu werden: „Menschen machen sowieso, was sie glauben, dass ihnen hilft. Wenn wir sie begleiten, statt sie zu verurteilen, entsteht echte Heilung.“
Fazit & Einladung
Diese Folge ist eine Einladung, über alte Glaubenssätze hinauszudenken. Der Fliegenpilz ist kein Feind – er ist ein Spiegel. Er zeigt uns, was wir längst wissen: Heilung beginnt in uns. Vielleicht ist das wahre Gift nicht der Pilz, sondern unsere Angst davor, uns selbst zu begegnen.
🎧 Jetzt reinhören:
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Kontakt zu Gunther und Melanie sowie weitere Videos und Informationen findet ihr unter www.amanita-academy.com



